Die 10 absurdesten Argumente gegen die RTVG-Revision

1. Zuerst muss man die Rolle des Service public klären.
Mit diesem Argument kann man gegen alles sein: Soll ein neues Schulhaus gebaut werden? Zuerst muss man den Lehrplan diskutieren. Soll eine neue Bahnlinie gebaut werden? Zuerst muss man diskutieren, ob die Züge mit Dampf, Diesel oder Strom fahren. Bei der Abstimmung gehts aber nicht um die Leistungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sondern nur ganz banal um die Art der Gebührenzahlung.

2. Radio und Fernsehen senden zuviel Unterhaltung.
Art und Ausmass der Unterhaltungssendungen sind nicht Gegenstand der bevorstehenden Abstimmung. Denn die SRG hat einen Programmauftrag, und der steht nicht zur Diskussion, sondern nur die Frage, wie man die Gebühren am besten einkassieren kann (siehe 1).

3. Auch Linke finden, SRG sende zuviel Unterhaltung.
Wie jedes Medium kann das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen nicht gedeihen, wenn linke oder rechte Politiker/innen das Programm bestimmen wollen. Ansonsten siehe Punkt 1.

4. Mit halb so vielen SRF-Kanälen könnte man die Gebühren halbieren.
Wer halb so viele SRF-Kanäle fordert, will eigentlich am liebsten gar keine.

5. Wer nicht Fernsehen schaut, soll nichts zahlen müssen.
Als es noch kein Internet gab, war es technisch einfach, herauszufinden, wer TV schaut und wer nicht – die PTT musste nur mit einem Peilsender um das Haus schleichen. Das ist vorbei. Heute besitzen fast alle einen Computer und/oder ein Handy, und mit Peilsendern ist es nicht mehr möglich, herauszufinden, wer TV-Sendungen anschaut und wer nicht.

6. Ich schaue nie SRF-Sendungen, also will ich nichts zahlen.
Na und? Ich gehe auch nicht in die Schule und habe auch keine Kinder, dennoch zahle ich mit meinen Steuern die Volksschule mit, weil eine gute Volksschule wichtig ist. Ein gutes Medienangebot ist mindestens so wichtig wie die Volksschule. Und einen guten Service public kann man nur finanzieren, wenn alle mitmachen, auch solche, die die Volksschule oder das Fernsehprogramm selbst nicht unmittelbar benötigen.

7. Künftig zahlen wir die Gebühren doppelt – zuhause und am Arbeitsplatz.
Das stimmt nicht. Zuhause zahlt jeder Haushalt den Privatkonsum, und der Arbeitgeber zahlt Gebühren für den Konsum von Sendungen, der dem Geschäft zugute kommt.

8. Ich will nicht, dass Privatsender einen Teil der Gebühren erhalten.
Das kann man so oder so sehen. Tatsache ist, dass ein Nein die Privatsender massiv stärkt, weil es die SRG massiv schwächt. Bei dieser Abstimmung sollte man unbedingt ein bisschen strategisch denken.

9. Das Internet macht das Radio und das Fernsehen obsolet.
Das stimmt nicht, denn das Internet ist nur ein neuer Kanal, aber die Mechanismen der Medienproduktion bleiben die gleichen. Zwar kann jetzt jede Zeitung ihre Reporter/innen ab und zu ein Filmchen drehen lassen, aber damit werden professionell gestaltete TV- und Radiosendungen nicht weniger nötig.

10. Demokratie geht auch ohne öffentlich-rechtliches Fernsehen.
Qualitativ hochwertige Medien sind unersetzlich für die demokratische Meinungsbildung. Die SRF hat bezüglich Qualität eine Vorbildfunktion. Ohne öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen sinkt der Druck auf private Verleger noch mehr, eine hohe Qualität zu gewährleisten.

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2 Antworten zu Die 10 absurdesten Argumente gegen die RTVG-Revision

  1. Werni Bechtel schreibt:

    Hier einmal eine etwas andere Contra Antwort wp.me/s4WSvf-mei

  2. Werni Bechtel schreibt:

    Billag / #RTVG Nein http://wp.me/p4WSvf-62 Einmal eine etwas andere Art gegen RTVG

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