Computer sind in der Schule wenig effizient

Die amerikanischen Psychologen Pam Mueller und Daniel Oppenheimer untersuchten, wie gut Studenten Texte verstehen, die während eines Vortrags Notizen von Hand schreiben oder in einen Laptop tippen. Sie führten drei Experimente mit Studenten durch.

Zuerst zeigten sie den Studenten fünf Vorträge einer TED-Konferenz. Anschliessend an die Vorträge prüften sie, wie gut die Studenten das Gehörte gedanklich verarbeitet hatten. Bei der Analyse zeigte sich: Die Studenten, die handschriftliche Notizen gemacht hatten, konnten den Inhalt der gehörten Vorträge besser wiedergeben als die Studenten, die Notizen in ihren Computer eingegeben hatten. Die Psychologen führen dies darauf zurück, dass man auf dem Computer schneller schreiben kann, was wiederum das wörtliche Mitschreiben begünstigt. Frühere Studien zeigten aber, dass wörtliches Mitschreiben einen schlechteren Lerneffekt zur Folge hat.

Aus diesem Grund instruierten die Psychologen die Studenten in einem zweiten Experiment, den gehörten Vortrag nicht wörtlich in den Computer einzugeben, sondern das Gehörte mit eigenen Worten zusammen zu fassen. Diese Intervention erwies sich als wirkungslos: Die Studenten neigten dennoch dazu, den Inhalt des Vortrags wörtlich wiederzugeben.

Auch wenn die Studenten den Inhalt ihrer Notizen vor dem Test nochmals durchlesen konnten, schnitten die Studenten besser ab, die handschriftliche Notizen gemacht hatten. Dies war das dritte Experiment der Psychologen.

Das Fazit der amerikanischen Forscher: Studenten, die bei Vorlesungen einen Laptop benützen statt Papier und Kugelschreiber, lernen weniger gut. Die traditionelle Methode der handschriftlichen Notizen ist effizienter: «Laptop use in classrooms should be viewed with a healthy dose of caution; despite their growing popularity, laptops may be doing more harm in classrooms than good.»

Diese Feststellung betrifft nur das Notizenmachen an sich. Zum erwähnten Nachteil kommen weitere Nachteile: Computer lenken die Studenten ab, weil die Versuchung gross ist, im Netz zu surfen, Mails zu lesen oder ein Katzenvideo anzuschauen.

Auch die norwegische Forscherin Anne Mangen zeigt in einer noch unveröffentlichten Studie, dass Buchleser eine Story besser verstehen als Leser, die einen Kindle verwenden. Die Zeitschrift New Scientist berichtete über diese Studie. Mangen erklärt sich dies damit, dass man sich in einem Buch besser orientieren kann als auf einem Bildschirm, der eine unüberblickbare Flut von Buchstaben vorbei ziehen lässt.

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