Bahntrassenradeln im Südtirol (Teil 3) Val Gardena

Nachdem ich mich am Kalterersee und im Fleimstal warm geradelt hatte, probierte ich die harte Tour. Bis 1960 dampften gemütliche Züglein von Klausen ins Val Gardena. Diese Strecke wollte ich mir ansehen. Die topografischen Daten sind simpel: Die Strecke misst 30 Kilometer und steigt um 1000 Höhenmeter an. Das ergibt eine gleichmässige Steigung von drei Prozent. Auch wenn man nicht sehr gut trainiert ist, kann man das bewältigen.

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Die Strecke beginnt beim Bahnhof Klausen an der Brennerlinie. Mit Regionalzügen ist dieser Ort sehr gut erschlossen. Die Züge nehmen Velos mit. Beim Bahnhof Klausen befindet sich eine bahntechnische Sehenswürdigkeit: Auf einem Kehrviadukt aus Beton verliessen die Dampfzüge den Bahnhof, um schon auf den ersten Metern Höhenmeter zu gewinnen. Der weitere Verlauf der Bahnstrecke bis Roncadizza wurde in eine Strasse umgebaut. Um ins Val Gardena zu radeln, bleibt nichts anderers übrig, als diese Strasse zu benützen. Mit etwas Vorsicht ist das machbar. Der Autoverkehr ist nicht sehr angenehm, aber hält sich in Grenzen. Allerdings können sich kritische Situationen ergeben, wenn Autofahrer in engen Kurven zum Überholen ansetzen.

In Roncadizza ändert sich die Szenerie: Hier kommt man in ein schönes Bergtal. Und hier beginnt auch endlich der Radweg, abseits vom Autoverkehr. An zwei Stellen waren Kehrschleifen und Kehrtunnels nötig, um Höhe zu gewinnen: in St. Ulrich und in St. Christina. Das Kehrtunnel in St. Christina wurde kürzlich schön renoviert und wieder geöffnet. Das Tunnel in St. Ulrich wurde hingegen zugeschüttet. Sämtliche Bahnhöfe wurden leider abgebrochen. Im hinteren Teil des Val Gardena ist der Veloweg teilweise luxuriös ausgebaut. Die Strecke verlief bis zum Weiler Plan, dort ist Schluss mit dem Veloweg. Die Dörfer an der Strecke sind heute mit Chalets und Hotels zugepflastert, das ist optisch nicht besonders schön. Die touristische Infrastruktur ist auf die Sommer- und Wintersaison ausgelegt. Das bedeutet, dass es in der Nebensaison trotz der vielen Hotels nicht ganz einfach ist, ein Zimmer zu bekommen. Aber mit ein wenig Durchfragen klappt es schon.

Fotos: Andreas Gossweiler

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Plan des Bahnhofs Klausen, links der Kehrviadukt der Grödner Bahn

Über agossweiler

Journalist
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