Bahntrassenradeln im Südtirol (Teil 1)

Um das Südtirol kennen zu lernen, eignet sich eine kleine Velotour bestens. Südlich und nördlich von Bozen gibts zwei Velowege auf stillgelegten Bahnstrecken, die geringe Steigungen aufweisen und genussvolles, kaum anstrengendes Radfahren ermöglichen.

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Der nördliche Teil beginnt beim Bahnhof Waidbruck an der Brennerlinie. Hier wurde ein 14 Kilometer langes Stück der 1867 eröffneten Gebirgsbahn in einen Tunnel verlegt. Im Prinzip könnte man die Radtour sogar schon an der Landesgrenze beim Brennerpass beginnen, allerdings nicht auf ehemaligem Bahngelände. Der Radweg verläuft entlang des Flusses Eisack in einem tief eingeschnittenen Tal. Obwohl sich auch die Brennerautobahn durch das Tal zwängt, merkt man davon wenig, es ist meist schön ruhig. Ab und zu säumen alte Bahnhöfe den Weg. Die Stationsbude von Kastelruth wurde sorgfältig rekonstruiert. Kommt das bekannt vor? Von hier kommen die berühmten «Spatzen». Allerdings befindet sich das Dorf ca. 700 Meter höher im Gelände. Unterhalb von Blumau wird das Tal enger, hier sieht man die Autobahn deutlich. Die Brennerroute war seit der Römerzeit eine wichtige Verkehrsachse. Bei Kardaun kommt die Bahnlinie wieder ans Tageslicht, doch der Fahrradweg geht weiter bis ins Zentrum von Bozen.

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Südlich von Bozen verändert sich die Landschaft, sie wird weiter, sanfter und mediterraner. Der Veloweg auf der 1971 stillgelegten Überetscher Bahn ermöglicht eine schöne Tour nach Kaltern durch eine bekannte Weinbauregion. Die Velostrecke beginnt im Zentrum von Bozen und führt zunächst talwärts entlang des Eisack-Ufers. Beim Zusammenfluss von Etsch und Eisack gehts ein Stück weit nordwärts bis zur schönen Stahlbrücke der Überetscher Bahn beim Schloss Sigmundskron. Jetzt gehts steil bergauf, durch Rebberge, schattige Wälder und kurze Tunnels. Bei St. Michael kommt die Strecke wieder ins Siedlungstebiet. Weiter gehts mit moderater Steigung durch eine traumaft schöne Landschaft mit Ausblicken nach Süden und zum Kalterersee. In Kaltern ist Endstation. Hier empfiehlt sich eine Fahrt mit der Standseilbahn auf den Mendelpass. Im Prinzip kann man mit dem Velo auf der ehemaligen Bahntrassee bis zur Talstation fahren, doch ist die Abzweigung nicht ganz einfach zu finden.

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Fotos: Andreas Gossweiler

Über agossweiler

Journalist
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Eine Antwort zu Bahntrassenradeln im Südtirol (Teil 1)

  1. Philipp schreibt:

    Hallo Andreas!
    Ich hoffe es geht dir gut.
    Wir sind hier oben mehr oder weniger in Quarantäne.
    Danke für den Südtirolbericht.
    Ich habe gerade die ungefähr gleiche Bettlektüre – also sehr passend!
    Liebe Grüsse und bis hoffentlich im Sommer
    Philipp

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