Walliser Suonen (Teil 14): Visperterminen

Die aufwändig gebauten Wasserleitungen Heido und Niwa, die Wasser aus dem Nanztal über einen je rund sieben Kilometer langen Parcours nach Visperterminen brachten, gehören zu den bekanntesten Walliser Suonen. Weniger bekannt ist, dass es in Visperterminen rund 20 weitere Suonen gibt (oder gab). Diese verteilten das Wasser der Heido und Niwa am Hang von Visperterminen. Viele davon sind nicht mehr in Betrieb. Der 1916 fertiggestellte Tunnel unter dem Gebidem-Pass hat einige der alten Kanäle überflüssig gemacht, andere wurden teilweise neu angelegt. In der Suonen-Literatur finden sich kaum Informationen zu diesen Kanälen. Meist werden nur Niwa, Heido, Beitra, Blattneri und Staleri erwähnt. Mehr Angaben finden sich im Buch «Visperterminen» von German Studer-Freuler (Rotten-Verlag 1984). Dennoch bleiben einige Kanäle namenlos. Nur Spuren im Gelände zeigen, wie dicht das Netz der Wasserleitungen war.

Beitra1

In einem Holzkanal fliesst die Beitra über eine Felswand

Das Wasser der Heido und der Niwa floss in die tief eingeschnittenen Täler des Breiterbachs und des Riedbachs. Weiter unten schlossen sich weitere Kanäle an, die das Wasser nach Visperterminen und zu verschiedenen kleinen Dörfern brachten (Niederhäusern, Bitzinen, Ober- und Unterstalden, Brunnen etc).

Deutliche Spuren im Wald beweisen, dass die Niwa früher bis in den Riedbach floss. Am linken Ufer zapften drei Suonen den Riedbach an und flossen nach Visperterminen: die Obersta, die Mittla und die Understa. Nach dem Bau des Tunnels wurden die gefährlichen Teile dieser Leitungen in der Riedbach-Schlucht aufgelassen. Spuren davon sind noch deutlich sichtbar, teilweise wurden sie zu Wanderwegen ausgebaut. Nur die Mittla ist heute noch in Betrieb. Das Oberwasser fliesst nach Niederhäusern und ist schwer zugänglich, es gibt keinen Weg entlang diesem Kanal, nur Sumpf und Gestrüpp.

Weiter unten sind die Blattneri und die Staleri an der rechten Seite des Riedbachs angeschlossen. Sie versorgten Bitzinen, Ober- und Niederstalden mit Wasser. Diese Leitungen sind noch teilweise in Betrieb.

Das Wasser der Heido-Suone speiste sowohl den Riedbach wie auch den Breiterbach. Die meisten Kanäle am Breiterbach sind stillgelegt. Ihre Namen kennt niemand mehr, nicht einmal im Buch von German Studer-Freuler sind sie erwähnt. Nur die Beitra-Suone fliesst weiterhin, teilweise begleitet von einem schönen Wanderweg, über den man von Visperterminen bis nach Staldenried gehen kann. An mehreren Stellen wurden an der Beitra wieder Holzkanäle in der traditionellen Bauweise aus ausgehöhlten Baumstämmen montiert.

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Fotos: Andreas Gossweiler

 

Über agossweiler

Journalist
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