Historische Niwärch-Suone in Ausserberg schwer beschädigt und gesperrt

Niwärch9Die Niwärch-Suone ist eine der eindrücklichsten Walliser Wasserleitungen. Über eine Länge von 6,6 Kilometern bringt sie Wasser aus dem wilden Baltschiedertal auf die Wiesen von Ausserberg. Eigentlich heisst «Niwärch» soviel wie «neues Werk». Dennoch ist diese Suone uralt: sie wird erstmals in Dokumenten aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. Im Verlauf quert sie senkrechte Felswände. Deshalb war der Unterhalt dieser Wasserleitung enorm aufwändig. Seit 1970 fliesst das Wasser für die Landwirtschaft durch einen Stollen. Seither hält der SAC die spektakuläre Suone im Schuss.

Doch beim schweren Gewitter vom letzten Sonntag wurde das Niwärch an vielen Stellen mit Geröll verschüttet. Seither fliesst kein Wasser mehr in dieser Suone. Gestern Dienstag wurde die Suone zudem offiziell gesperrt. «Nicht passierbar» steht auf einem Zettel. Das stimmt nicht ganz. Mit guten Wanderschuhen kann man die Geröllhaufen problemlos übersteigen. Wegen der luftigen Stellen in den Felswänden ist das Niwärch sowieso kein bequemer Wanderweg – der Schwierigkeitsgrad ist in einem Prospekt mit T4 angegeben. Nur Schwindelfreie können diesen luftigen Pfad mit Genuss begehen.

Der parallele Wanderweg, der zur Alp Ze Steinu und zur Baltschiederklause führt, ist noch schwerer beschädigt ist als das Niwärch. Deshalb ist der Stollen keine passable Alternative zum Niwärch. Die Reparatur dürfte enorm aufwändig werden für den SAC. Es ist fraglich, ob das traditionelle «Gmeiwärch» (Fronarbeit im Frühling) die riesigen Geröllhaufen aus eigener Kraft wegschaffen kann. Zudem sind die Plastikrohre der Suone an zwei Stellen blossgelegt und beschädigt.

Update 13.8. Radio Rottu und der Walliser Bote haben meine Story aufgegriffen.

Update 10.9. Laut einem Bericht des Walliser Boten haben Zivilschützer die Niwärch-Suone repariert. Der Wanderweg ist wieder offen, und es fliesst sogar wieder Wasser in der Suone.

Fotos: Andreas Gossweiler

Über agossweiler

Journalist
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