Glück ist ansteckend (aber nicht übers Internet)

Die Studie sorgte vor ein paar Jahren für Aufsehen (zumindest bei soziologisch und psychologisch interessierten Menschen): Glück ist ansteckend. Wer zufriedene Menschen im Bekanntenkreis hat, ist selbst tendenziell zufriedener. Das Gleiche gilt übrigens auch für Fettleibigkeit: Wer dicke Menschen um sich hat, ist tendenziell dicker. Das zeigte eine langfristige Studie mit Bewohner/innen der Kleinstadt Framingham im US-Bundesstaat Massachusetts.

Der deutsche Wissenschaftsautor Stefan Klein hat die spektakuläre Studie in seinem Buch «Die Glücksformel» erwähnt und interpretiert. Und er stellte die Frage: «Warum aber stecken wir uns nur an, wenn der Überträger nahe bei uns wohnt? Warum können wir uns sein Glück nicht über Telefon oder Internet einfangen?»

Kleins Antwort: «Offenbar spielen körperliche Signale eine wichtige Rolle, und diese erfordern, dass man sich oft sieht.» Körperliche Signale sind zum Beispiel ein Lächeln, die Tonlage der Stimme, aber auch die Art, wie man sich bewegt.

Aus dem gleichen Grund ist es übrigens unmöglich, sich übers Internet zu verlieben. Weil eben körperliche Signale fehlen.

Zusammengefasst: Das Internet eignet sich, um Informationen zu übertragen. Aber Glück überträgt sich übers Internet nicht. Schön, dass (noch) nicht alles mit Maschinen machbar ist.

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