«Prematurely orange»: Mediensprecher und Journalisten

Das Verhältnis von Journalist/innen und Mediensprecher/innen bietet fast unerschöpflichen Gesprächsstoff. Die einen sind dazu da, um die Wahrheit zu enthüllen, die anderen, um sie zu verschleiern – entlang dieser Achse verläuft die Diskussion in der Regel. Das stimmt zwar auch nicht immer. In der Gruselstory «Das Geheimnis um Marie Roget» merkt Edgar Allan Poe an, nicht zu Unrecht: «Wir sollten doch nicht vergessen, dass es im allgemeinen unseren Zeitungen viel mehr darum geht, Aufsehen zu erregen und Eindruck zu machen, als darum, die Sache der Wahrheit zu fördern. Letzteres Ziel wird nur dann verfolgt, wenn es sich mit ersterem deckt.»

Andererseits erleben es Journalisten fast täglich, dass Mediensprecher versuchen, Aspekte der Wahrheit zu verdecken. Ein besonders schönes Muster erwähnt der Philosoph Peter Sloterdijk im Interview mit dem «Süddeutsche Zeitung Magazin»: «Das betreffende Bonmot hatte ein Sprecher Ronald Reagans zum Besten gegeben: Der Präsident lege Wert auf die Feststellung, „er färbt sich nicht die Haare. Er ist nur vorzeitig orange geworden“ – he’s just prematurely orange.» Diese höchst kreative Wortschöpfung ist sogar in einem Zitatenbuch erwähnt, wo sie der Philosoph gefunden hat.

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