BALLY-Kugeln sind in Altstetten gelandet

Bally

Seit 1968 verkauft die Schuhfabrik Bally an der Bahnhofstrasse 66 wunderschöne Schuhe. Doch jetzt kommt statt dem schicken Schuhgeschäft eine spanische Kleiderkette ins Haus, die vor allem wegen mieser Produktionsbedingungen Schlagzeilen machte. Das Haus ist aber nicht irgendein Haus, sondern ein Spätwerk des berühmten Architekturbüros Haefeli, Moser, Steiger. Die Architekten haben auch das Universitätsspital und das Kongresshaus gebaut. Der besondere Clou der Bahnhofstrasse 66 war das Bally-Logo, das auf grossen Metallkugeln angebracht war und deshalb von drei Seiten lesbar war. Der Grafiker Gérard Miedinger hatte es entworfen.

Die Kleiderkette verlangte, das Bally-Logo müsse weg. Die Denkmalpflege war dagegen, bot aber Hand zu einem absurd anmutenden Kompromiss: Die Buchstaben B A L L Y durften entfernt werden, aber die Kugeln mussten bleiben. Anfang September wurden die Buchstaben abmontiert, sowie die unterste Kugel. Das sah, kurz gesagt, scheisse aus. Dann liess der Hausbesitzer die restlichen vier Kugeln abmontieren.

Jetzt sind alle fünf Kugeln plötzlich in Altstetten gelandet. Auf dem Dach einer Spenglerei an der Luggwegstrasse. Allerdings ohne Buchstaben. Warum die Bally-Kugeln in Altstetten gelagert werden, und wie lange, und wo die Buchstaben sind, ist nicht bekannt. Fest steht: Die Bahnhofstrasse hat ein visuelles Wahrzeichen verloren.

Foto: Andreas Gossweiler

Update 12. 9. Der Blick am Abend griff meinen Blogtext auf – und fand heraus, dass die Bally-Kugeln nach Altstetten gebracht wurden, um restauriert zu werden. Der Spengler soll die Kugeln aufs Dach gestellt haben, damit niemand sie versprayt. In zwei Wochen sollen die Kugeln dann wieder am alten Ort am Bally-Haus montiert werden.

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Über agossweiler

Journalist
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2 Antworten zu BALLY-Kugeln sind in Altstetten gelandet

  1. renee schreibt:

    Gut dass jemand die Ballykugeln gefuden hat. Sie gehören zum Ballygebäude und sind im Stil der 60er gehalten. Auf jeden Fall gehören sie wieder an die Fasade des Ballygebäudes.

    • agossweiler schreibt:

      Eine Kopie der Kugeln ohne die BALLY-Buchstaben wurde inzwischen wieder am ehemaligen Bally-Gebäude montiert. Es hiess, die Originalkugeln seien in schlechtem Zustand.

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