Lötschbergbahn: Kein Geld fürs Jubiläum?

Vor fast hundert Jahren wurde die Lötschbergbahn eröffnet. Sie war die erste grosse Alpenlinie, die von Anfang an elektrifiziert war – als die SBB noch mit Dampf fuhren. Die Lötschberglinie ist weniger spektakulär als die Gotthardbahn, aber sie hat auch ihre Reize: zwei Kehrschleifen auf der Nordrampe, mit denen sie sich von Mitholz nach Kandersteg hochschraubt, und die Querung der Walliser Seitentälern mit grossen Viadukten.

Bietschtalbrücke

Bietschtalbrücke

Wie die Gotthardlinie wurde auch die Lötschbergbahn mit ausländischem Kapital und ausländischen Arbeitern gebaut, was zeigt, dass die Schweiz nie so autark war, wie viele glauben. Der Grossteil des Kapitals stammte von französischen Banken und von der französischen Entreprise Générale du Loetschberg, die die Linie baute. Das war logisch, denn die Bahn war vor allem nützlich für Güterverkehr zwischen Frankreich, Italien und Deutschland. Seit dem Verlust des Elsass brauchte Frankreich eine neue Verbindung durch die Alpen, die dank dem Lötschberg über Delle, Bern, Brig und Domodossola möglich wurde. Die Lötschbergbahn wurde also weitgehend privat finanziert, obwohl kurz vorher alle grossen Privatbahnen verstaatlicht worden waren. Bauernschlau bat der Berner Regierungsrat um eine Bundessubvention mit dem Hinweis, die Lötschbergbahn könne später ebenfalls verstaatlicht werden, was bekanntlich bis heute nicht geschah. Eröffnet wurde die Lötschbergstrecke am 28. Juni 1013.

Eleganter TEE-Zug fährt durch Blausee-Mitholz

Eleganter TEE-Zug fährt durch Blausee-Mitholz

Leider kämpft die Besitzerin der Lötschbergbahn, die BLS, im Jubiläumsjahr mit finanziellen Problemen, weil der Kanton Bern weniger zahlt. Deshalb hat die BLS ein Sparprogramm lanciert, das ausgerechnet «Gipfelsturm» heisst. Sparen will die BLS unter anderem bei der BLS-Stiftung für das historische Erbe und beim Jubiläum. Was das genau bedeutet für die Jubiläumsfeste, ist nicht bekannt. Geplant ist ein Nordrampenfest im Juni und ein Südrampenfest im September. Bei Kandersteg ist ab 20. Januar ein Jubiläums-Winterwanderweg signalisiert.

Fotos: Andreas Gossweiler

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