Das schönste Bahnhofrestaurant

Zugfahren macht hungrig. Darum gehört das Bahnhofrestaurant zum Bahnhof wie das Amen zur Kirche (der Vergleich ist nicht ganz gelungen, aber mir fällt grad kein besserer ein). Besonders prächtige Exepmlare dieses Bautyps finden sich im Emmental.

Zum Beispiel in Oberburg, der zweiten Station der 1881 eröffneten Emmentalbahninie Burgdorf – Langnau. Das Restaurant Bahnhof in Oberburg sieht trotz des biederen Namens wie ein Märchenschloss aus mit seinem Turm in der Mitte und den zauberhaften laubsägeverzierten Terrassendächern. Ein schöneres Bahnhofrestaurant habe ich noch nie gesehen. Leider ist es nur abends geöffnet, deshalb musste ich um halb eins mit knurrendem Magen den nächsten Zug besteigen.

Mehr als stattlich sieht auch der Landgasthof Bären in Sumiswald aus. Zwar ist das kein Bahnhofrestaurant im engeren Sinn, doch steht die massige Architektur in Zusammenhang mit dem Bahnbau: Als 1908 die Linie von Ramsei nach Huttwil gebaut wurde, rechnete der Bären-Wirt mit grösseren Gästezahlen und liess im ersten Stock des Gasthofs einen grossen Saal bauen. Deshalb besitzt der Bären seither einen auffallend grossen Dachstock mit regional inspirierten Formen, der nötig war, um den Saal ohne Stützpfeiler einzurichten. Der Saal ist ein Bijou, die Decke ist wunderschön ausgemalt mit Renaissance- und Rokoko-Ornamenten.

Positiv in Erinnerung habe ich auch die erfrischende Gurkensuppe, die ich als Vorspeise bekam im Bären. Das Personal war so freundlich, mir das Rezept aufzuschreiben: Man schneidet Gurken in Stücke, natürlich ohne Schale und ohne Kerne, fügt Dill dazu,  kalte Bouillon, Joghurt, Weisswein, Salz und Pfeffer und püriert die Zutaten mit dem Mixer.

Fotos: Andreas Gossweiler

Über agossweiler

Journalist
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Architektur, Eisenbahn veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Das schönste Bahnhofrestaurant

  1. ddddd schreibt:

    richtig waere: wie das amen im gebet. das sollte ein journi eigentlich wissen….

  2. agossweiler schreibt:

    Es war ein Bezug auf das Diktum «so sicher wie das Amen in der Kirche» – aber ich bin mir bewusst, dass da Verbesserungsbedarf besteht, vielleicht fällt mir morgen was ein

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