Le Macaron (Teil 1)

Zwischen 1890 und 1948 verband die 100 Kilometer lange Schmalspurlinie der Chemins de fer de Provence, genannt «Le Macaron», die Feriendestinationen an der Côte d’Azur zwischen Toulon, Hyères, St-Tropez, Fréjus und St-Raphael. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Strecke schwer beschädigt, danach zwar wieder notdürftig repariert, aber die Regierung des Departements Var hatte keine Lust, die Linie gründlich instand zu setzen. Die Dieselzüge wurden nach Spanien verkauft, die Dampfloks und die Schienen verschrottet. Der Verlauf der Strecke blieb bis heute praktisch vollständig erhalten. Auf einem grossen Teil der ehemaligen Bahnlinie wurde in den letzten Jahren ein Veloweg eingerichtet, der sogenannte «Parcours du littoral». Der Rest der Strecke wurde zu Quartierstrassen umgebaut. Mit ein bisschen Spürsinn ist es möglich, fast die gesamte ehemalige Bahnstrecke des «Macaron» zwischen Toulon und St-Raphael mit dem Velo zu befahren. Eine gute Gelegenheit, die Provence abseits der Côte-d’Azur-Klischees kennenzulernen, wobei der Blick auf die Côte nicht zu kurz kommt. In diesem Blogbeitrag beschreibe ich die Strecke zwischen Toulon und Cavalaire-sur-Mer, die restliche Strecke bis St-Raphael folgt im zweiten Teil.

Der Plan zeigt den unterschiedlichen Ausbaustandard der Route:
Grüne Linie: Separater Veloweg abseits der Strasse
Blaue Linie: Veloweg entlang der Strasse
Rote Linie: Quartierstrasse mit wenig Autoverkehr

Toulon – Le Pradet: Der Veloweg beginnt in der Nähe des Hafens. Der Bahnhof des «Macaron» wurde in den 50er Jahren abgebrochen, an seiner Stelle wurde das Lycée Dumont d’Urville gebaut. Der Veloweg folgt dem anfangs zubetonierten, dann aber idyllischen Flüsschen Eygoutier, lokal als «Rivière des Amoureux» bekannt
Le Pradet – Hyères-Plage: Der Veloweg führt der Strasse D559 entlang
Hyères-Plage – Les Salins d’Hyères: Am Strand von Hyères wurde die «piste cyclable» auf einer ehemaligen SNCF-Strecke eingerichtet
Les Salins d’Hyères – La Verrerie: Veloweg entlang der viel befahrenen Strasse N98 (ausser Ortsdurchfahrt La-Londe-les-Maures)
La Verrerie – Le Lavandou: Separater Weg bei La Verrerie bis zur Brücke über die Strasse D559. Anschliessend wurde die Bahnlinie zu einer schmalen Quartierstrasse umgebaut, wenig Autoverkehr, angenehm für Velofahrer
Le Lavandou – Cavalière: Zuerst Veloweg entlang der Strasse D559, dann separater Weg mit 160 Meter langem, beleuchtetem Tunnel
Cavalière – Cavalaire-sur-Mer: Separater Veloweg. Der spannendste Teil der Strecke. Zwischen dem Meer und dem Maures-Gebirge wurde die Bahnlinie mit grossem Aufwand aus dem Felsen herausgesprengt. Zwei Tunnels. Nach Le Rayol ist die Route nicht mehr geteert, aber dennoch angenehm befahrbar, abgesehen von einer kurzen verschütteten Passage. Zwei Kilometer vor Cavalaire-sur-Mer biegt der Veloweg in die Strasse D559 ein, auf der anderen Seite der Strasse gehts als Quartierstrasse weiter

Getestete und empfehlenswerte Hotels
Toulon: Grand Hotel Dauphiné (leider kein Parking fürs Velo im Hotel)
Le Lavandou: Hotel Beau Rivage

Galerie (Click to enlarge)

Fotos: Andreas Gossweiler

Über agossweiler

Journalist
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2 Antworten zu Le Macaron (Teil 1)

  1. Roland Ruppel schreibt:

    sehr schön beschrieben, gibt es auch noch irgendwelche historische Fotoaufnahmen und auch Bilder der Loks und Züge?

  2. agossweiler schreibt:

    Hallo Roland, danke für Deinen Kommentar. Historische Fotoaufnahmen sind vorläufig nicht vorgesehen, aber ich werde mir überlegen, ob ich gelegentlich welche hochladen kann.

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