Ein Tag in San Pellegrino Terme

San Pellegrino ist nicht nur eine Mineralwassermarke, sondern ein Kurort mit glanzvoller Vergangenheit. Die Gegenwart ist weniger glanzvoll. Die alten Thermen sind zu, ein spektakulärer Neubau wurde beschlossen, dann wieder aufs Eis gelegt. Der hübsche Thermenbahnhof, an dem früher die reichen und schönen Gäste des nahen Grand Hotels ausstiegen, ist heute eine Pizzeria. Schon seit 1966 halten hier keine Züge mehr.

Die wunderschöne Jugendstilfassade des Grand Hotel wurde vor drei Jahren renoviert. Seit über 30 Jahren ist es geschlossen. Heute gehört es der Provinz Bergamo, doch ihr fehlt das Geld, um dem riesigen Hotelkasten neues Leben einzuhauchen. Es heisst, es seien rund zehn Millionen Euro nötig. Investoren zögern. Die Zukunft des Grand Hotels ist ungewiss.

Das architektonische Highlight von San Pellegrino Terme ist das Casinò. Wie das Grand Hotel wurde es vom Architekten Romolo Squadrelli erbaut. Königinnen und Minister, Banker und Diplomaten vergnügten sich hier, bis es 1946 geschlossen wurde. Heute finden im Casinò kulturelle Veranstaltungen statt. Für die Gestaltung der Fassade verpflichtete der Architekt Künstler wie den genialen Alessandro Mazzucotelli, der spektakuläre Leuchter aus geschmiedetem Eisen entwarf, und Giulio Croce, der Reliefs mit einer speziellen Technik namens «cemento a cotto» gestaltete.

Auch die Standseilbahn zum Aussichtspunkt Vetta ist seit 1988 stillgelegt. Auch für die Seilbahn gibt es Pläne für einen Neustart. Wann diese umgesetzt werden, ist mir nicht bekannt.

Fotos: Andreas Gossweiler

Über agossweiler

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2 Antworten zu Ein Tag in San Pellegrino Terme

  1. funimag schreibt:

    Très belles photos de San Pellegrino!
    Cela me fait penser au Campo dei Fiori , au dessus de Varese, quand je l’ai visité en 1995. Magnifique architecture à l’abandon mais cela semble toutefois mieux consérvé ici.

  2. agossweiler schreibt:

    Merci Michel pour ton commentaire. En fait, l’atmosphère est la même qu’à Varese, mais les bâtiments sont mieux conservés à San Pellegrino… parce qu’il semble plus facile de donner une nouvelle vie aux hôtels et aux thermes.

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